StadtPalais  

Museum für Stuttgart

 
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StadtPalais

Museum für Stuttgart

Ein Museum für die Stadt, ein offenes und einladendes Forum für Austausch und Dialog über die und mit der Stadt, ein Stadtmuseum im besten Sinn: Das »StadtPalais – Museum für Stuttgart« versteht sich als Ort der Interaktion und des Diskurses zwischen den Stuttgarterinnen und Stuttgartern, miteinander und mit ihrer Stadt. Die Konzeption des neuen Stuttgarter Stadtmuseums im historischen Wilhelmspalais stellt die Menschen in den Mittelpunkt und fragt danach, wie Stuttgart zu dem wurde, was es heute ist, welche Perspektiven auf dieses Heute angelegt werden können und welche Visionen es für das Stuttgart von morgen gibt.

jangled nerves war mit der umfassenden gestalterischen Konzeption und Realisation der Dauerausstellung sowie der ersten beiden Sonderausstellungen betraut. Als Museums- und Ausstellungsgestalter aus und in Stuttgart sind wir besonders stolz, einen wichtigen Teil zur Realisierung des neuen Stuttgarter Stadtmuseums beigetragen zu haben.

Das StadtPalais als neues Stadtmuseum für Stuttgart soll einen vielschichtigen Zugang bieten – und das für alle: Umsetzung und Gestaltung der Themen richten sich explizit an ein breites Publikum. Konzeption und Ausstellungsgestaltung sind geprägt von dialogischen Formaten und einem konsequent partizipativen Ansatz: Ziel der vielfältigen Themeneinblicke und Umsetzungen ist es, den Besucher dazu zu animieren, seine Stadt neu zu entdecken, einen Austausch über das Leben in der Stadt anzuregen und den Blick zu öffnen für bisher unbekannte Perspektiven auf die Stadt und seine Bewohner. Dieser Anspruch wird durch eine moderne Ausstellungsgestaltung und den vielfältigen Einsatz interaktiver Medien umgesetzt und eingelöst. Alles dreht es sich um die Frage: Was macht Stuttgart so besonders? Das StadtPalais ist ein Ort, an dem Geschichte entdeckt, Gegenwart diskutiert und eine Zukunft der Stadt entworfen werden soll. In diesem Sinne bilden auch die drei Auftaktausstellungen konzeptionell wie gestalterisch einen Dreiklang: Während die Dauerausstellung vielfältige Einblicke in »Stuttgarter Stadtgeschichten« vor allem der Vergangenheit liefert, kann der Besucher in der interaktiven Erlebnissaustellung »Sound of Stuttgart« seine Stadt neu über den Hörsinn erleben. Die zukünftige Entwicklung Stuttgarts kann in dem diskursiv angelegten Format »Stuttgart und Du 2038« anhand einer fantastischen Stadtlandschaft mitgestaltet und diskutiert werden.


»STUTTGARTER STADTGESCHICHTEN«

Die ständige Ausstellung »Stuttgarter Stadtgeschichten« bildet das Zentrum des Museums auf rund 900 m² und erzählt die identitätsstiftende Vergangenheit der Stadt seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Die Ausstellung beginnt in der Gegenwart bei den Stuttgartern selbst: Was denken die Bewohner über ihre Stadt und wie wird man überhaupt Stuttgarter? Im Zentrum treffen die Besucher auf ein riesiges, detailreiches Stadtmodell Stuttgarts. Die großformatige, topographische Darstellung ist medial belebt: Die »Oberfläche« der Stadt wird durch projizierte Details zum Leben der Stadtgesellschaft erweitert. Neben einzelnen Straßenzügen und Gebäuden birgt es ein breites Spektrum an Informationen über die Stadt, als sozialer Raum und physischer Ort. Die Stadt wird zum Exponat Nummer eins: Das auratisch strahlende Stadtmodell bietet eine erste emotionale Annäherung an das Phänomen Stuttgart aus unterschiedlichen Blickwinkeln, lädt gleichzeitig aber auch dazu ein, die zugrunde gelegten Informationen im Detail an interaktiven Medienflächen vertiefend zu erkunden – in der Stadt und dem, was sie heute ausmacht, zu stöbern.

Rund um das Stadtmodell erwecken die »Stadtgespräche« bewegende Ereignisse der Stadtgeschichte für den Besucher zum Leben: Objekte und Hörspiele aus Zeitdokumenten wie der Berichterstattung zur Elektrifizierung Stuttgarts, den Briefen an Oberbürgermeister Manfred Rommel zum Terror der RAF oder den Streitgesprächen um S21 geben dem Besucher einen immersiven Einblick in Themen, die Stuttgart geprägt und bewegt haben. In den interaktiven Bereichen »Geist« und »Gestalt« wird der Besucher dazu animiert, die Geschichte(n) selbst zu entdecken: Weißmodelle von Gebäuden wie dem Schloss Solitude und symbolhaften Objekten wie dem Juchtenkäfer wecken das individuelle Interesse. Sie laden dazu ein, die Themen hinter der Form medial zu entdecken: Stellt man die Modelle auf eine Medienfläche, aktivieren sie eine mediale Erzählung mit Hintergründen und vertiefenden Informationen zum dargestellten Objekt. Besucher erkunden die Geschichten, die hinter den Modellen stehen, frei und nach ihren persönlichen Interessen und entdecken Geist und Gestalt Stuttgarts, indem sie sich die Gegenstände konkret haptisch aneignen.

In zwei Jahrhunderträumen geben über 200 Exponate einen Einblick in die Stuttgarter Stadtgeschichte am authentischen Objekt. Eingebunden in eine dichte, chronothematische Entwicklungslinie bilden sie eine Gesamterzählung, deren einzelne Themenvertiefungen durch architektonische Abstufungen subtil gegliedert werden. Durch die gesamte Ausstellung zieht sich eine leise künstlerische Spur: Auf farblich hervorgehobenen Podesten trifft der Besucher auf kleine Drahtskulpturen des Stuttgarter Künstlers Jan Hoos. Sie werden zu plastischen Portraits von Akteuren, die Einfluss auf die Geschicke der Stadt genommen haben. In der Umsetzung des Mediaguides werden Stuttgarter zu Erzählern ihrer eigenen Geschichte: In einer multimedialen Tour können die Besucher gemeinsam mit dem Erzähler die Ausstellung entdecken: Vom Hip-Hop-Musiker bis zum Trottwar-Verkäufer erzählen die Persönlichkeiten jeweils von ihrem ganz persönlichen Stuttgart. Für die jungen Besucher wurde die multimediale Führung mit der Galileo Grundschule von Kindern für Kinder als authentisches Erlebnis erstellt.


»SOUND OF STUTTGART«

Augen zu, Ohren auf – so das Motto der Sonderausstellung »Sound of Stuttgart«. Die Ausstellung wird zum urbanen Science-Center für einen Sound unserer Stadt: Gemeinsam mit den Stuttgarter Sounddesignern Klangerfinder wurde ein akustischer Lern- und Experimentierpfad entwickelt. In unterschiedlichen interaktiven Stationen werden akustische Phänomene rund um den Hörsinn erfahrbar gemacht: Die Besucher können erleben, was Körperschall bedeutet und lernen, wie Lärm und Gegenlärm sich auslöschen können. In anderen Stationen wird aktiv der Frage nachgegangen: Wie klingt Stuttgart? Welches Geräusch macht eigentlich der Kräherwald? Und wie unterschiedlich klingt Stuttgart bei Tag und bei Nacht? Während die Gestaltung von Räumen im Normalfall stark durch visuelle Reize dominiert ist, wird hier das Gegenteil inszeniert: Um einen sensorisch möglichst neutralen Raum zu schaffen, wird das Visuelle weitestgehend ausgeblendet. In den abgedunkelten Räumen dominieren weiche und akustisch wirksame Materialien, textliche Erläuterungen sind auf ein Minimum reduziert. Die Besucherinnen und Besucher sollen sich vollständig auf das Hör- und Klangerlebnis einlassen können. Zum Abschluss tritt der Besucher erneut ins Helle und wird zum Akteur der Klangsphären Stuttgarts: Mit haptischen Mitteln wie Papier, Murmeln oder Metallblechen kann er Geräusche produzieren und eine Stuttgarter Stadtkulisse zum Leben erwecken. Er wird damit selbst zum Foley Artist – also zu einem Geräuschemacher im Tonstudio – und vertont seine Stadt.


»STUTTGART UND DU 2038«

»Stuttgart und Du 2038« ist das erste in einer geplanten Reihe von diskursiven Formaten im Salon Sophie des StadtPalais, welches sich mit der Zukunft Stuttgarts auseinandersetzen. Für 6 bis 8 Wochen werden die Besucher nach ihren Erwartungen an die Zukunft Stuttgarts befragt, ihren individuellen Prognosen, Hoffnungen und Wünschen. Sie befinden sich in einer fantastischen Stadtlandschaft aus grafischen Pappkulissen, gemeinsam gestaltet mit dem Illustratoren und Designer Axel Pfaender. In dieser bewusst abstrahierten Welt stimmen die Besucher an Medienstationen über konkrete Zukunftsfragen ab: Wie werden wir 2038 in der Stadt leben? Wie steht es 2038 um die Sicherheit in Stuttgart, wie hat sich der Verkehr entwickelt? Wird sich die schwäbische Institution der Kehrwoche in 20 Jahren gehalten haben? Die Besucher geben ihre Einschätzung ab, deren mögliche Konsequenzen für die Stadt jeweils auf dem Monitor grafisch dargestellt werden. Die Ergebnisse der Abstimmung werden in einer Zukunftsampel dargestellt, die sich im Zentrum des Raumes befindet: Ob die Besucher der Stadt, ihren Bewohnern und damit auch sich selbst eine rosige Zukunft prognostizieren oder ob sie die Aussichten eher skeptisch sehen, wird sichtbar. »Stuttgart und Du 2038« ist damit ein Zukunftsbarometer, das dazu anregt, sich über den Weg auszutauschen, den Stuttgart aus der Perspektive seiner Bewohner einschlagen soll.

Auftraggeber

Stadt Stuttgart

Ort

Stuttgart

Jahr

2018

Fotografie

Jens Lyncker

Videoclip: Melvin Raschke Media