Erste Group, Wien  

Financial Life Park

 
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Erste Group, Wien

Financial Life Park

Der Financial Life Park der Erste Group in Wien ist ein erlebnisorientierter Vermittlungsort und Learning Trail rund um das Thema Geld und Finanzen. Was das genau ist und ob dabei wirklich etwas Neues in Sachen Gelderziehung vermittelt wird, möchte ich herausfinden. Als Werkstudentin bei jangled nerves habe ich das Projekt am Rande begleitet und weil ich meine Master-Arbeit über das Thema „Sparen und Gelderziehung“ schreibe, schaue ich es mir jetzt Mal genauer vor Ort an.

Das FLiP fällt auf

Auf den ersten Blick hebt es sich außen von der Glas-Fassade der Erste Bank-Häuser ab: Kreise in Pink, Gelb, Grün, Blau und Lila springen ins Auge. Sie enthalten Zitate rund ums Thema Geld. Und auch im Innern begegnen einem die bunten Blasen mit den Zitaten wieder. Mich packt das Thema schon an dieser Stelle, zeigen die Zitate doch, wie viele unterschiedliche Sichtweisen es auf Geld gibt.

Jeder bekommt ein sogenanntes Wallet in die Hand, ein Bildschirm mit Touch-Funktion, das uns durch die Ausstellung begleiten wird. Hoffentlich lässt niemand eins fallen. Die Einführung findet in einem runden Raum statt. Die FLiP Blasen tauchen hier als runde Sitzkissen auf und die Begeisterung ist groß bei den Bankleuten: Endlich mal fläzen! Witzig ist der Kontrast der strengen Business-Kleidung im poppigen Umfeld. Wir starten damit, unsere Namen und unser Alter ins Wallet einzugeben und ein paar erste Finanzfragen zu beantworten. Die sollen später gelüftet werden. Mal sehen, ob wir dann schlauer sind. Und ob die Bankleute wirklich Bescheid wissen.

Virtual meets Reality

Weiter geht’s im Konfigurator. Ob Schüler, Student, Azubi oder als Arbeitnehmer. Dort bekommt jeder ein Taschengeld seiner zugeteilten Rolle angepasst: Das sollen wir dann unter verschiedenen Posten aufteilen: Nahrung, Mobilität, Konsum, Kleidung, Medien und Wohnen. Diese Ausgaben sind als ausgefallene, abstrakte Skulpturen dargestellt, die wir „einscannen“ sollen und auf unserem Display dürfen wir dann zwischen verschiedenen Ausgabeoptionen wählen: Ich bin immer noch Studentin. Schade, das kenn ich ja schon. Die Banker müssen da weit mehr umdenken: „Ich spiel daheim, ich hab kein Geld mehr für Freizeit,“ frotzelt einer von ihnen.

Bei der Tresorwand wird dann die Institution Bank wieder sofort erkennbar. Bei dem Spiel um Preise und Werte ist aber nicht alles so sicher, wie es zuerst scheint. Zuerst muss man Gegenstände finden, denn nicht in jedem Tresor-Fach ist auch etwas drin. Zweitens weiß man nicht, was sich darin verbirgt. Und dann muss man sich mit seinem Spielpartner auch noch auf einen Wert für den ausgesuchten Gegenstand einigen: Emotional oder materiell, positiv oder negativ. Da herrscht schon beim Müsliriegel Uneinigkeit!

Im Meinungsforum wird es ernst: „Muss Wirtschaft immer wachsen?“ und „Sollen große Banken von ihren Staaten gerettet werden?“ Dann werden Meinungen von Menschen auf der Straße in einem Film gezeigt und ein Experte gibt sein Statement ab. Dieses ist aber nicht eindeutig und es wird klar, dass es nicht die eine richtige Expertenmeinung gibt. Ein wichtiger Aspekt, finde ich.

Getting Global

Im Zentrum einer Rotunde sind mehrere Bildschirme mit Aufnahmen der Erde aus dem All angebracht. Eine Raumstation? Wetterkarten? Nein, eine Reise um die Welt beginnt und die Entstehung eines Tablets um die Welt wird verfolgt. Was hat das noch mit dem Umgang mit Geld zu tun? Einiges, denn die eigene Kaufentscheidung hat unmittelbaren Einfluss auf das Leben der Produzenten, Zulieferer und Arbeiter: Möchte ich lieber ein günstiges, multifunktionales Tablet oder doch die fair produzierte Variante mit weniger technischen Möglichkeiten?

Mein Fazit

Das FLiP beleuchtet an seinen verschiedenen Stationen den Umgang mit Geld aus immer wieder neuen Blickwinkeln. Dabei setzt es im Alltag an und holt die Besucher dort ab, wo sie sich mit Geld auskennen. Von da aus wird an mehreren Stellen der Bogen zu großen volkswirtschaftlichen Fragen geschlagen. Damit zeigt es Zusammenhänge auf und macht klar, wie sich Wirtschaftspolitik und individuelle Entscheidungen gegenseitig beeinflussen. Es tut dies aber nicht mit belehrendem Zeigefinger, sondern eben spielerisch. Diese Komplexität ist das Herausragende am FLiP. Und sie macht Lust, sich weiter mit den Themen auseinanderzusetzen. FLiP, ich komme wieder!

Auftraggeber

Erste Group

Ort

Wien

Jahr

2016

Leistungen

Medienproduktion

Architektur

Szenografie

Kommunikationsdesign

Konzeption

Medientechnische Planung

Redaktion

Ausstellungsgestaltung

Programmierung

Projektbeteiligte

Medientechnik:
PKE
Expotec
Ton: Tonstudio Gress

Fotografie

Lupi Spuma